Die Gutachtertätigkeit im Rahmen von Akkreditierungen

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Die Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften stellt für alle Unternehmen die Herausforderung der nächsten Jahre dar. So fehlen der deutschen Wirtschaft alleine im Bereich der MINT-Berufe aktuell rund 167.000 Fachkräfte ( MINT Report 2011, Institut der deutschen Wirtschaft, November 2011).

In Bereich der akademischen Ausbildung ist die Reform der Studiengänge mit seiner gestuften Bachelor- und Master-Ausbildung, dem sogenannte Bologna-Prozess, einer der bildungspolitische Lösungsansatz mit Wirkung auf alle Unternehmensprozesse. Als Vertreter der Berufspraxis unterstütze ich diesen Prozess durch die gutachterliche Mitarbeit bei der Akkreditierung der neuen Studiengänge und berate Unternehmen bei der Umsetzung der Konsequenzen.

Die bisherige Teilnahme an Akkreditierungsverfahren seit 2005:
RWTH Aachen, (F)HTW Berlin, Ruhr-Universität Bochum, TU Chemnitz, EIPOS der TU Dresden, HTW Dresden, IUCE Freiburg im Breisgau, FH Hannover, Friedrich-Schiller-Universität Jena, FH Ludwigshafen, Johannes Gutenberg Universität Mainz, Hochschule Mittweida, Universität Regensburg und Universität Siegen.

Die »Hausaufgaben« für Unternehmen

Zum Wintersemester 2010/2011 haben sich bereits 78 % der Studienanfängerinnen und -anfänger in Bachelor- oder Masterstudiengängen immatrikuliert. Im Prüfungsjahr 2010 machten über 40 Prozent aller Absolventinnen und Absolventen einen Bachelor- oder Master-Abschluss. Es wird also langsam Zeit, sich auf diese Absolventen vorzubereiten.

Für die Unternehmen bringt dieses BA-/MA-System eine Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit der zukünftigen Mitarbeiter, da diese durch die Studienreform eine stärkere Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und ein höheres unternehmerisches Denken und Handeln erwerben. Daher müssen sich die Entscheider und Personalverantwortlichen u. a. mit den folgenden Fragen auseinander setzen:

  • Wie sprechen wir die Zielgruppe jetzt an, da diese in der Regel ein Jahr früher auf den Arbeitsmarkt kommen und dazu noch jünger sind?
  • Können wir auch kürzere Praktika oder studienbegleitende Werkstudentenprogramme zur Personalgewinnung anbieten?
  • Welche bestehenden Aufgaben sind jetzt für Bachelor und welche für Master geeignet?
  • Wie müssen Arbeitssprozesse, Aufgaben und Einarbeitungspläne angepasst werden?
  • Müssen wir die Einstiegsvergütung anpassen?
  • Welche neuen Studiengänge sind für die Entwicklung des Unternehmen von Interesse?
  • Mit welchen Hochschulen können wir zusammenarbeiten und die neuen Studiengänge mitgestalten?
  • Wie können berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengänge in der Personalentwicklung genutzt werden um auch die Bachelors zu halten?

Gerne unterstütze ich Sie bei der Beantwortung dieser Fragen und Umsetzung der notwendigen Prozesse.

Die Vision und Strategie von Bologna

In ihrer Erklärung von Bologna haben sich 1999 die 30 Unterzeichnerstaaten verpflichtet einen gesamteuropäischen Hochschulraums und eine Steigerung seines Attraktivität zu schaffen. In 2009 arbeiten schon 46 europäische Staaten an ihrer Verpflichtung, eine gemeinsamen Basis dieses berufsqualifizierenden Bachelor-, Master- und Promotions-Systems zu schaffen.

In der Bundesrepublik sind an den rund 390 Hochschulen zum WS 2010/2011 bereits 11.549 Studiengänge auf das neue Bachelor- und Mastersystem durch entsprechende Akkreditierungen umgestellt worden, das sind rund 83 % (HRK, Statistische Daten 2010/2011). Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR), ein Referenzrahmen der unterschiedlichen europäischen Bildungssysteme, soll dabei als Vergleichs- und Übersetzungshilfe dienen. Dabei stehen jetzt nicht mehr die Lerninhalte, sondern die Lernergebnisse im Vordergrund (Definitionen im Glossar).

Die Ziele von Bologna

Grafik Studienmöglichkeiten Bologna Prozesses

Die Hauptziele sind neben einer Verkürzung der Studienzeiten eine stärkere Praxisorientierung, eine stärkere Vermittlung der für die Berufspraxis notwendigen Ausprägung der außerfachlichen Kompetenzen wie Kenntnisse zu Kommunikations-, Methoden- und Sozialkompetenz und eine erhöhte Mobilität.

Ein Aspekt für Berufspraktiker ist jetzt die Integration von weiterbildenden Studiengängen in das Studiensystem. Dies zeigt auch die Grafik der neuen Studienmöglichkeiten.

Die weiteren Ziele des Bologna-Prozesses sind:

  • Schaffung eines Systems leicht verständlicher und international vergleichbarer Abschlüsse
  • Einführung eines zweistufiges System von Studienabschlüssen in Form von Bachelor- und Master-Abschlüssen
  • Einführung eines Leistungspunktesystem (ECTS) und eines Diploma Supplements zur Dokumentation der Leistung
  • Modularisierung des Stoffes
  • Förderung der arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen
  • Straffung der Studienzeiten (Bachelor in 6 bis 8 Semester und Master dann in 4 bis 2 Semester)
  • Stärkung der Qualitätssicherung der Ausbildung durch Akkreditierung der Studiengänge.

Dieses neue zweistufige System ersetzt das bisherige Diplom und auch die strikte Trennung zwischen Fachhochschulen und Universitäten wird aufgegeben. Mit Stand 01.03.2010 sind in Deutschland bereits 10.806 Bachelor- und Masterstudiengänge und damit 81 % aller angebotenen Studiengänge auf dieses System umgestellt.

Ausgenommen sind nur die Studiengänge, die mit einem Staatsexamen abschließen (Jura, Medizin). Hier haben die Beteiligten leider noch keine vernünftige Lösung gefunden. Eine Erläuterung der wesentlichsten Begriffe finden Sie im Glossar.

Dieses neue Konzept soll insbesondere der Wirtschaft entgegenkommen, die sich die Absolventen früher und schneller einsetzbar wünscht.

Die Ergebnisse für die Studierenden

Die Bildungsziele, die die Studierenden in ihren jeweiligen Fachgebieten erreichen sollen, orientieren dabei im wesentlichen an den folgenden Punkten:

  • Erwerb einer ersten Berufsbefähigung und Erhöhung ihrer Beschäftigungsfähigkeit/Employability
  • Erwerb der wissenschaftlichen Befähigung
  • Befähigung zur bürgerschaftlichen Teilhabe
  • Entwicklung der Persönlichkeit
  • Früherer Einsatz im Wirtschaftsprozeß.

Den Studierenden wird dabei ein praxisorientiertes und wissenschaftliches Lernen ermöglicht, das eine arbeitsmarktrelevante Qualifizierung ermöglicht, wobei leider Praxis- oder Auslandssemester nicht in allen akkreditierten Studiengängen verpflichtende Elemente sind. Die reine Fachvermittlung soll durch Stärken der Schlüsselkompetenzen wie Projektmanagement, Methodenkompetenz, Kommunikationstraining und Medienwissen sowie Teamorientierung und Sprachkompetenz ergänzt werden. Dadurch wird die Flexibilität und Mobilität der Studierenden erhöht werden. Die erzielten Leistungen werden in einem »Diploma Supplement« und einem »Transcript of Records« in Englisch und Deutsch dokumentiert (siehe Glossar).

Die Qualitätssicherung

Eine kontinuierliche Qualitätssicherung dieser akademischen Berufsausbildung ist ein Ziel und daher fester Bestandteil des Bologna Prozesses.

Dabei wird ein geschlossenes Qualitätssicherungssystem an den Hochschulen häufig auch durch den Akkreditierungsprozess angestoßen. Im Rahmen einer sogenannten Programmakkreditierung werden die einzelnen Studiengänge durch eine externe Gutachtergruppe, bestehend aus in der Regel externen Professoren anderer Hochschulen, einem studentischen Vertreter und einem Vertreter der Berufspraxis grundsätzlich nach folgenden Kriterien begutachtet.

Die Fragestellungen in der Akkreditierung

  • Sind Leitidee und Ziele des Studiengangs stimmig und in das Hochschul- und Fakultätskonzept eingebunden?
  • Sind Aufbau und Inhalt des Curriculums schlüssig, an Lernergebnissen orientiert und mit den Abnehmern validiert?
  • Ist der Studiengang inhaltlich und zeitlich studierbar?
  • Gibt es eine Berufsfeldorientierung des Studienganges?
  • Sind die sachlichen und personellen Mittel angemessen
  • Sind dauerhafte qualitätssichernde Maßnahmen integriert?

Zur Akkreditierung selbst sind derzeit zehn Agenturen berechtigt, die wiederum von der LinkStiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland zertifiziert sind.

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